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Ansichtskarten- und Briefmarkenhändler Türpe von Sammlerdienst Chemnitztal im Gespräch mit oldthing

Ansichtskarten- und Briefmarkenhändler Türpe von Sammlerdienst Chemnitztal im Interview

Der Briefmarken- und AK-shop "Sammlerdienst_Chemnitztal"

Der Onlineshop „Sammlerdienst_Chemnitztal“ auf oldthing.de bietet eine vielfältige und interessante Auswahl an Briefmarken und Aks aus den verschiedensten Themengebieten an. Wir trafen uns mit Shopbetreiber Frank Türpe und stellten ihm ein paar Fragen:

Lieber Herr Türpe, das Thema „Briefmarken sammeln“ ist sehr komplex, oder? Vielleicht können Sie unseren Lesern kurz die Faszination erklären?
Ja, irgendwie bin ich schon als Kind spielerisch zu den Briefmarken gekommen. Anfangs habe ich Alles gesammelt was mir gefiel. Später baute ich diverse Ländersammlungen auf. Erst waren es die damaligen Modegebiete wie CH, FL., A, UNO (Schweiz, Liechtenstein, Österreich, Vereinte Nationen, d. Red.) etc. Später langweilte dieses und ich stellte um und sammelte englische Kolonien, Skandinavien und deutsches Reich bis 1932 spezial. 1986 dann, nach überstandener schwerer Krankheit, wollte ich eigentlich nur noch auflösen. [Pause] Ist man aber solange mit dem Hobby verbunden kommt man nie davon los. Einen Tag nach Grenzöffnung meldete ich dann das Gewerbe an und eröffnete etwas später ein Ladengeschäft in Chemnitz. Dieses Geschäft gab es bis vor ca. 12 Jahren, aber nachdem viele ältere Sammler sich „verabschiedeten“ und eBay immer stärker wurde, schloß ich den Laden.
Mir ist aufgefallen, dass Sie aber auch Ansichtskarten anbieten, ein weiteres großes Sammelthema. Was muss man dazu wissen? Letztlich klebt man ja die Briefmarke auf die Ansichtskarte.
Ansichtskarten habe ich vor Jahren unterschätzt und habe da nur relativ wenig im Angebot, dafür aber viele gute Stücke.

Seit wann besteht bei Ihnen diese Leidenschaft und wie kam es dazu, dass Sie anfingen, professionell mit Briefmarken und Aks zu handeln? Wieviele verkaufen Sie denn mittlerweile so im Jahr?
Seit wann ich mich mit dem Hobby beschäftige sagte ich bereits. Verkaufszahlen nenne ich öffentlich nicht, aber seit dem ich online bin sind es sicher mehr als 150.000 Verkäufe. Angefangen von „Groschenartikeln“ bis hin zu größeren Posten und Sammlungen.
(Foto: Eine schöne Marke aus dem Sortiment von Herrn Türpe)
Viele Sammler spezialisieren sich auf ein Gebiet, ist das bei Ihnen als Händler auch so?
Nein, würde ich nicht sagen. Damals im Laden stellte ich fest was Alles so gesammelt wird. Man muss wohl heute breit gestreut sein.

Würden Sie sich selbst auch als Sammler sehen? Wenn ja, was ist Ihr liebstes Stück?
Sammler bin ich nicht mehr. Das passt nicht zum Handel. Es würde zuviel in der eigenen Sammlung verschwinden.

Dann verraten Sie unseren Lesern doch bitte: Was war Ihre wertvollste Briefmarke oder Ansichtskarte und für wieviel haben Sie sie verkauft?
Das wertvollste Sammlerstück? Hmm, das lässt sich so nicht beantworten. Durch den Kauf hochwertiger Nachlässe lag da schon einiges vor. So hatte ich von der SBZ (Sowjetische Besatzungszone, d. Red.) Doppeldrucke wo es nur 20 Stück von gibt. Ich hatte davon 16. Von Chemnitz gab es 1945 einen Satz Hitler mit Stahlstempel-Aufdrucken in einer Auflage von 500 Serien. Ich hatte davon einen Bogensatz mit 100 Serien der aber bereits aufgeteilt und verkauft ist. Das könnte man fortsetzen.

Im Moment bieten Sie in Ihrem Shop auf oldthing.de ca. 75.000 Artikel an. Irgendwo müssen die ja herkommen. Wo liegen Ihre Bezugsquellen bzw. Wie können wir uns Ihren Tagesablauf vorstellen?
Ja, was soll man da sagen? Ich kaufe auf Auktionen große Nachlässe und Posten, sowie von privat. Zum Tagesablauf: Weil es mir noch Spass macht, sitze ich schon am Rechner oder Schreibtisch, wenn andere sich noch ein paar mal im Bett herumwälzen. Feierabend dann je nach gesundheitlichem Befinden. Auf jeden Fall sind es mehr Arbeitsstunden als bei einem normalen Angestellten und lohnt sich nicht immer.

Das hört sich nach viel Arbeit an.
Ja, Arbeit ohne Ende. Meine Frau ist mein Chef. Sie ist zuständig für Buchhaltung, Versand und das Scannen. Wir sind zu zweit.

Wie unterscheiden Sie, ob eine Briefmarke oder eine AK interessant ist oder eben nicht? Wie kann man als Anfänger den Wert einschätzen, könnten Sie unseren Lesern zum Schluß noch ein paar Tipps zum sammeln mitgeben?
Das ist mit wenigen Worten nicht zu erklären. Ich habe da viele Jahre dazu gebraucht und viel „Lehrgeld“ gezahlt. Aber Fakt ist, wie im ganzen Leben: Auf zu vollmundige Werbung oder Sprüche sollte man nichts geben.

Wir danken Herrn Türpe sehr für das informative Gespräch!

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