Dieser prachtvolle Flügel von Blüthner ist ein äußerst seltenes und besonders dekoratives Instrument aus der renommierten Pianofabrik in Leipzig. Blüthner hat bei diesem Modell die Form der Glockenflügel aufgegriffen und einen symmetrischen Konzertflügel entworfen. Dieser steht auf drei massiven Balusterstützen, die anstelle von Kanneluren durch goldene Blattstabapplikationen gegliedert werden. Auch die Lyra ist von ungewöhnlicher Form, besteht sie doch bloß aus dem Steg an der der geschwungene, und an eine Säulenbasis erinnernde Pedalkasten angebracht ist. Dieser ist außerdem mit Blattschnitzereien und goldenen Bemalungen verziert. Der Steg ist mit goldenen Perlstabapplikationen verziert. Der Rim ist reihum mit geschnitzten Feldern mit Blumendekorationen sowie einer vergoldeten Blattschnitzereien versehen. Die vergoldeten Blattschnitzereien ziehen sich unterhalb der Klaviatur entlang, während oberhalb derselben weitere geschnitzte florale Ornamente zu finden sind. Klappt man den Tastendeckel hoch, so sieht man die schöne elfenbeinerne Klaviatur sowie die geschwungene „Blüthner-Inschrift.
Bei Zurückschlagen des ersten Deckelteils (B 48 cm) erscheint der aufstellbare, geschwungene und geschnitzte, schwarz lackierte Notenständer sowie die beiden rechteckigen, ausziehbaren Ablageflächen rechts und links davon, die mit zarten Mustern beschnitzt sind. Der komplette Deckel ist nach rechts aufklappbar und lagert auf einem schön geschwungenen Ständer. Ein kleiner Drehknopf mit Haken im Innern garantiert das sichere Schließen des Deckels.
Besonderheit: Die Plakette im Innern besagt „J. Blüthner in Leipzig, Sächs. Hof Fabrikant. Silberne Medaille: Industrieausstellung zu Chemnitz 1867; ERSTER PREIS; Erste Sächs. Thür. Gewerbe & Industrie, Ausstellung. In Merseburg vom 21. Mai-25. Juni 1865. Silberne Medaille Paris 1867, Exposition universelle de MDCCCLXVII a Paris."
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Condition
Das Klavier ist in gutem Zustand. Stellenweise sind die goldenen Applikationen abgebrochen. Die kontaktintensiven Stellen, wie beispielsweise der Klaviaturdeckel, weisen leichte Farbabriebe auf sowie spröden Lack. Die Elfenbeintasten sind vergilbt. Von den beiden ausziehbaren Flächen rechts und links des Notenständers ist die rechte lose und daher nicht belastbar. Der Filz im Klangkörper ist rot, rote Filzstopper befinden sich auch unter dem Deckelrand. Die Schlüssel fehlen. Die Tasten lassen sich anschlagen, die Pedale funktionieren nicht einwandfrei (Haller funktioniert, Tonhaltepedal nicht soweit wir das beurteilen können). 7 Oktaven, 435 Hz (Fantasie)-Stil, geteilter Baßsteg.