Beschreibung
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biete:
Expertise: Ferdinand Bac (1859–1952)
Unikat: Kolorierte Original-Zeichnung & Autograph 1912: „Monseigneur Duchesne de l'Académie Française“
Großformatiges museales Unikat der Belle ÉpoqueDie Duchesne-Karikatur (1912) diente Sammlern von Kirchengeschichte (Vatikan / Rom / Modernismusstreit), Philologen, Historikern und Liebhabern der Académie française sowie Sammlern des hochintellektuellen Karikaturstils von Bac.
OBJEKT-STAMMDATENKünstler / Urheber: Ferdinand Bac (geboren als Ferdinand-Sigismond Bach , 1859–1952).
Bedeutender französischer Zeichner, Karikaturist, Schriftsteller und kaiserlicher Bonaparte-Nachfahre Großneffe von Kaiser Napoleo (Gron I.).
Objekttyp: Unveröffentlichtes, großformatiges Brief- oder Manuskriptblatt (Autograph) mit integrierter, großzügiger Original-Porträtkarikatur.
Unikat.Titel der Karikatur / Bezeichnung: „Monseigneur Duchesne de l'Académie française“.Dargestellte Person: Louis Duchesne (1843–1922), weltberühmter französischer Prälat, Philologe, streitbarer Kirchenhistoriker und Mitglied der ehrwürdigen Académie française (Sitz 36).
Datierung / Entstehungszeit:
Exakt datiert auf den 11. Juli 1912 ( „11 Juillet 1912“ ).
Medium & Technik: Mischtechnik. Original-Tuschezeichnung (Feder und Tinte), kombiniert mit feiner Buntstift- und Aquarellkolorierung auf chamoisfarbenem, festem Papier.
Handschriftlicher Text in Originaltinte des Künstlers.
Maße: ca. 27 x 17 cm (Großformat).
Signatur / Identifikation: Oben rechts im Textfeld von Ferdinand Bac eigenhändig bezeichnet und datiert.
Zudem befindet sich im Bildbereich am unteren Saum der Soutane die charakteristische, feine Signatur des Künstlers
BIOGRAFIE DES KÜNSTLERS
Ferdinand Bac (1859–1952), geboren in Stuttgart als unehelicher Enkel von Jérôme Bonaparte, verkehrte sein Zeitleben in den elitärsten intellektuellen, klerikalen und politischen Salons der französischen Dritten Republik.
Als einer der einflussreichsten Zeichner und Chronisten seiner Zeit prägte er die großen Magazine wie Le Figaro und L'Illustration .
Seine privaten, handschriftlich kommentierten Porträtskizzen fangen die Spitzen der damaligen Gesellschaft mit einem unvergleichlichen, psychologischen Tiefe und feinsinnigem Zynismus ein und besitzen heute einen hohen musealen und kulturhistorischen Wert.
HISTORISCHE TEXT-TRANSKRIPTION & ÜBERSETZUNG
Der Reiz dieses Autographs liegt in der Kombination aus Bacs scharfem Auge und den handschriftlichen, ironischen Kommentaren, die er direkt auf das Papier gelegt hat.Französischer Originaltext (oben rechts & unten):Monseigneur Duchesne de l'Académie française, 11. Juli 1912, nach einem guten Tag in der schönen Alpensoutane.„Auf dem Weg zu den Fouilles, um die Zentren von St. Pierre zu recherchieren. Ich bin in dieser Affäre gefragt, ob sie gut in der Lage sind, sie zu finden …“Deutsche Übersetzung:Monseigneur Duchesne von der Académie française 11. Juli 1912 nach einem guten Mittagessen in seiner schönen Soutane aus Alpaka.
„Man wird nun zu Ausgrabungen schreiten, um die Asche [die Gebeine] des Heiligen Petrus zu suchen.
Was mich an dieser Angelegenheit beunruhigt, ist, dass sie durchaus in der Lage wären, sie zu finden..
.“KUNSTHISTORISCHE & HISTORISCHE EINORDNUNGDieses spektakuläre Zeitdokument der Belle Époque besitzt eine außerordentliche kirchenhistorische Brisanz und dokumentiert den Höhepunkt des sogenannten „Modernismusstreits“ innerhalb der katholischen Kirche
Das Jahr des Vatikanskandals (1912)
Das Blatt ist exakt auf den 11. Juli 1912 datiert.
Genau zu diesem Zeitpunkt deutete sich Monseigneur Louis Duchesne im tiefen Konflikt mit der römischen Kurie unter Papst Pius X. an. Duchesne galt als Pionier der kritischen, wissenschaftlichen Kirchengeschichtsschreibung und räumte mit klerikalen Mythen auf.
Dies ging dem Vatikan zu weit
Im Januar 1912 wurde sein monumentales Hauptwerk „Histoire ancienne de l'Église“ (Frühgeschichte der Kirche) offiziell auf den päpstlichen Index der verbotenen Bücher (Index Librorum Prohibitorum) gesetzt – ein immenser Skandal für einen Prälaten und Direktor der École française de Rome .
Die Ironie des Zitats (Die Petrus-Grabungen)
Das unten von Bac notierte Zitat ist von beißender, klerikaler Ironie. Als Historiker wusste Duchesne, dass viele Reliquienlegenden der Kirche wissenschaftlich nicht haltbar waren. Der Spott, man wolle nach den Gebeinen des Heiligen Petrus graben und die Archäologen seien „durchaus in der Lage, sie zu finden“ , parodiert die vatikanische Angst vor der historischen Wahrheit: Würde man nichts finden oder gar das Falsche, stünde das Fundament des Papsttums in Rom auf dem Spiel.Die visuelle Charakterstudie
Ferdinand Bac zeichnet Duchesne im markanten Profil mit hoher Stirn und einem wissenden, leicht spöttischen Lächeln.
Der rote Punkt auf seiner Brust symbolisiert das Band der Ehrenlegion ( Légion d'honneur ), dessen Kommandeur er war.
Der Kommentar, Duchesne präsentiere sich hier wohlgenährt „nach einem guten Mittagessen“ in einer teuren „Soutane aus Alpaka“ , entlarvt den Prälaten trotz seines kirchenrechtlichen Status als Genussmenschen und weltgewandten Salonlöwen, der den vatikanischen Zorn mit gelassener Ironie erträgt.
ZUSTANDSBERICHTGesamteindruck
Hervorragend, authentisch und in einem makellosen Erhaltungszustand.
Erhaltung: Das großformatige Blatt (ca. 27 x 17 cm) zeigt eine kräftige, kontrastreiche Tuscheführung. Die feinen farbigen Akzente (Aquarell/Buntstift) an den Wangen, den Haaren und der roten Dekoration sind frisch und unberieben erhalten. Das feste, historische Papier weist eine minimale, altersentsprechende Patina auf, ist jedoch absolut sauber, frei von Rissen, Knicken, Flecken oder Stockflecken. Ein exzellentes Kabinettstück für anspruchsvolle Sammlungen.
Invormationen zum Mark:
MARKTRELEVANZ & INTERNATIONALE SCHÄTZWERTEIm Vergleich zu allgemeinen Alltagsskizzen handelt es sich hier um ein historisch exakt verankertes Porträt einer der profiliertesten Persönlichkeiten der französischen Geistesgeschichte des frühen 20. Jahrhunderts.
Da es sich um ein unveröffentlichtes Unikat handelt, bedient das Blatt hochkarätige Sammlermärkte im In- und Ausland
Schätzpreis / Auktionserwartung (EU): 550 € – 850 € (Kernmarkt ist der spezialisierte Autographen- und Antiquariatshandel in Paris und Rom)
Realer Wert im gehobenen Kunsthandel (Galeriepreis): 1.100 € – 1.400 €
Begründung: Die thematische Dichte (Académie française, Modernismusstreit 1912, Index des Vatikans) verleiht dem Autograph eine herausragende wissenschaftliche Dokumentationsqualität, was es für Universitätsbibliotheken, kirchenhistorische Institute und private Erstklass-Sammler hochgradig attraktiv macht.