[Wohl Berlin, um 1820]. 7, 5 x 9, 5 cm (Gesamtgr.). Kunstbillet mit reliefgeprägten, handkolorierten Papierelementen als Collage auf Gaze, gerahmt mit goldfarbenem, reliefgeprägten Papierrahmen. In sehr gutem Zustand.
Bestell-Nr: 2768-21
Bemerkungen: Höchstwahrscheinlich Berliner Biedermeier-Kunstbillet, das gestaffelt links zunächst einen jungen Mann mit Hund zeigt, der fast komplett in Werther-Mode mit blauem Frack und gelber Hose gekleidet ist, er lehnt unter einem Baum an einem Stein und blickt auf die Havel Richtung Pfaueninsel, die rechts hinten mit dem gleichnamigen Schloss dargestellt ist. Auf der Havel ist ein kleines Segelboot mit einer Person zu sehen. Eingefasst wird die Szenerie von einem goldfarbenen, reliefgeprägten Papierrahmen, der einen breiten Goldrahmen imitiert. Das Schloss auf der Pfaueninsel hatte Friedrich Wilhelm II. (1744-1797) ab 1787 errichten lassen, nicht zuletzt um sich dort ungestört mit seiner Geliebten Wilhelmine Enke (später geadelt zur Gräfin von Lichtenau) treffen zu können. Unter Friedrich Wilhelm III. (1770-1840) wurde die Pfaueninsel bereits 1821 an drei Tagen die Woche für Besucher zugänglich gemacht. Außergewöhnliche und geographisch eindeutig identifizierbare Freundschaftskarte, die mit dem Rückgriff auf Goethes Werther die romantisch-melancholische biedermeierliche Zeitstimmung charakterisiert.
Schlagworte: Graphik, Luxuspapier, Deutschland
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