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Die Ganzsachen-Postkarten der DDR

Ganzsachen sind Postkarten und Briefkuverts, auf denen sich eine bereits offiziell aufgedruckte Briefmarke befindet. Die allerersten Postkarten waren - lange bevor erste Bildpostkarten mit Ansichten in Gebrauch kamen - beinahe alle Ganzsachen, deren Geburtsjahr in Österreich mit 1869 benannt werden kann. In Deutschland wurde 1875 die erste Dauerpostkarte mit gedrucktem Postwertzeichen verausgabt.


(Foto: sehr seltene Ganzsache von 1952 von Hamburg nach Schönebeck/Elbe)
Die Ganzsachen-Postkarten der DDR, von denen es zwischen 1950 und 1990 rund 150 verschiedene gab, sind im Deutschland-Spezialkatalog von Michel dokumentiert und exakt ausgepreist. Teuerste und wohl auch seltenste Karte dieser Spezies ist die im Jahre 1953 als Auslandspostkarte im Nennwert von 20 Pfennig ausgegebene mit dem Kopfbild von Käthe Kollwitz. Als Katalogpreis sind 200,- / 250,- Euro für ein Exemplar in ungebrauchtem bzw. 500,- / 800,- Euro im postalisch gelaufenen Zustand angegeben, da diese Karten (P 44) nur 8 Monate gültig und sämtlichst ins Ausland versandt worden waren.


(Foto: wertvollste Ganzsache auf oldthing.de - 1956 nach Karl-Marx-Stadt)
Sehr gesucht und wirklich rar ist auch die Karte der Berliner "Aufbaulotterie im Funk" von 1952, die mit 90,- Euro dotiert ist. Auch der Kartensatz mit gesamtdeutschen Motiven von 1953 gehört zu den Raritäten auf diesem philatelistisch-philokartistischem Spezialgebiet.


(Foto: Ganzsache zum 60jährigem Jubiläum des Karl-May-Museums Radebeul)
Als äußerst ungewöhnliche Ganzsachen dürfen die im Verlag von Albert Krebs in Leipzig erschienenen und beim VEB Wertpapierdruckerei bedruckten Ansichtskarten mit Motiven der Sächsischen Schweiz betrachtet werden, da es für gewöhnlich nicht üblich war, Ansichtskarten in Ganzsachenkarten umzuwandeln. Doch der permanente Mangel an Briefmarken in der abseits von Ortschaften gelegenen, aber überaus stark von Touristen frequentierten HO-Gaststätte mit Berghotel auf dem Basteifelsen ließ diesen Verbesserungsvorschlag realisieren und derartige Ansichtskarten-Ganzsachen von 1955 bis 1961 in Umlauf bringen. Die Katalogpreise sind auch bei diesen Ausgaben sehr unterschiedlich, wie interessant : sie variieren von 7,50 Euro bis zu 150,- und 250,- Euro!


(Foto: Antwort-Ganzsache von Ägypten nach Quedlinburg)
Am längsten in Gebrauch waren die 10-Pfennig-Dauerpostkarten mit dem Kopfbild des Staatsratsvorsitzenden Walter Ulbricht (1961-1973) und der Abbildung des Palast der Republik (1982-1990). Auch gab es Ganzsachen-Karten im Zusammendruck mit einer Antwortkarte und zu besonderen Anlässen wie Jubiläen und Ausstellungen, die meist vom Kulturbund ausgegeben wurden und sogar mit Markenbildern bedruckt waren, die es als Briefmarke nicht gegeben hatte.


© Jürgen Hartwig - DDR-Postkarten-Museum

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