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DDR - Tönende Postkarten

Obwohl es schon 10 Jahre nach der Erfindung des Grammophons um die Jahrhundertwende als Postkarte versendbare Schallplatten gab und diese mit der Verbreitung der neuen 45er Geschwindigkeit Mitte der 50er Jahre im Westen für die Vermarktung wiederentdeckt und sehr rasch "modern" wurden, gelang es in der DDR nicht, derartige "tönende Postkarten" zu produzieren. Anläßlich des 10. Jahrestages der DDR initiierte der VEB Deutsche Schallplatten die Herausgabe selbiger und ließ 1959 die ersten Karten im Format von 20 x 15 cm im "sozialistischen Bruderland", der Volksrepublik Ungarn herstellen. Die Budapester Schallplattenfabrik lieferte in Zusammenarbeit mit dem Verlag des Kunstfonds farbig gedruckte Schallplattenkarten der Marke "COLORVOX", welche auf harter, schwer knickbarer Pappe mit Klarsichtfolie gepreßt wurden.

Doch gab es dieserart Ansichtskarten nur kurze Zeit, denn bereits 1965 wurden die letzten Exemplare angeboten. Sie kosteten 2,- DM mit Briefkuvert, in welchem sie verschickt werden konnten. Verkauft wurden sie nicht an den PZV-Kiosken, sondern in Schallplatten- und RFT-Fachgeschäften, sowie bei der Leipziger Messe. Es erschienen ca. 65 verschiedene Tonpostkarten mit modernen Schlagern jener Jahre, klassischen Stücken, Volks- und Seemannsliedern, Märschen, Weihnachtsliedern und Orchestermusik - aber auch Humorsketche mit Eberhard Cohrs und Horst Feuerstein und das Sandmännchen-Lied vom Abendgruß des Fernsehfunks gehörten zum ausgewählten Repertoire. Alle tönenden Ansichtskarten der DDR haben Bestellnummern, die zwei Ziffern des Herstellungsjahres beinhalten, an denen der Spezialsammler erkennen kann, dass mehrere dieser Karten ob ihres Verkaufserfolges eine zweite Auflage erfordert hatten.


Wer tönende DDR-Postkarten sammelt, darf sich über heutige Liebhaberpreise zwischen 15,- und 20,- Euro nicht wundern und kann sicherlich noch einiges bei der ersten Adresse für diese Spezies erwerben, die Bernd Meyer-Rähnitz in Radebeul bei Dresden betreibt: albis-international.de

Und wie sich das dann anhört bzw. aussieht, dass hört und sieht man in diesem Youtube-Video:


© Jürgen Hartwig - DDR-Postkarten-Museum

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