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Historischer Spaziergang mit Ansichtskarten durch Dessau / Anhalt

Ein Historischer Rundgang - Dessau

Vor 100 Jahren sahen die Dörfer und Städte noch ganz anders aus, vieles ist zerstört oder dem Wandel der Moderne zum Opfer gefallen. Doch bei oldthing.de, dem Antikmarkt im Internet, finden Sie einen riesigen Schatz mit bis zu drei Millionen originalen Ansichtskarten, der die alten Ortschaften wieder lebendig macht! Kommen Sie mit, folgen Sie dem Journalisten Dietrich von Schell auf einem historischen Spaziergang und sehen Sie sich ein bisschen in der Vergangenheit um!

Im sechsten Teil unserer beliebten Reihe führt er uns erstmals nach Sachsen-Anhalt ins wunderschöne Dessau!

Dessau-Roßlau, wie es seit 2007 heißt, ist heute für sein Bauhaus bekannt, viele andere historische Bauwerke sind im Zweiten Weltkrieg zerstört worden. Nach 20 alliierten Bombenangriffen, die in erster Linie den Junker-Werken galten, war von der prächtigen Herzogenstadt der akanischen Herrscher nicht mehr viel übrig.


Große Verdienste um Dessau hat sich Leopold I., Fürst von Anhalt-Dessau (1676 – 1747), erworben. Später als der "Alte Dessauer" verehrt, legte er nach dem Dreißigjährigen Krieg den Grundstein für eine neue Blüte der Stadt. Heute erinnert ein Bronzestandbild an den absolutistischen Herrscher, welches 1860 auf dem Großen Markt aufgestellt wurde. Es handelt sich um die Nachbildung eines Berliner Originals von Johann Gottfried Schadow. Das Denkmal überrstand den Zweiten Weltkrieg und befindet sich heute an der Marienkirche.

Auf den "Alten Dessauer" geht auch die Kavalierstraße zurück, die ab 1700 westlich der Altstadt entstand, eine Prachtstraße nach dem Vorbild des Berliner Boulevards Unter den Linden. Die eigens für einige seiner Söhne errichteten Stadtpalais sollten die Entwicklung der Straße vorantreiben.  Später kam das Theater hinzu. Durch das Bombardement im Krieg sind diese und weitere der alten Prachtbauten aus dem Stadtbild verschwunden.


Von dem Residenzschloss ist leider nur noch eine Anlage, der so genannte Johannbau, erhalten. Früher bildete er den Westflügel eines in U-Form angelegten Renaissancebaus, er war zugleich sein ältester Teil. Der Grundstein ist um 1530 gelegt worden. Bis ins 19.Jahrhundert hinein haben die Herzöge von Anhalt-Dessau das Schloss erweitern lassen. Am 7. März 1945 wurde es beim schwersten Luftangriff auf die Stadt stark beschädigt, Ost- und Südflügel nahezu vollständig zerstört, die Reste später gesprengt.

Der Enkel von Leopold I., Fürst Leopold III., später "Vater Franz" genannt, setzte nach vielen Reisen ein großes Reformwerk um. Neben Parks wie dem Lustgarten, den er ab 1770 westlich des Dessauer Schlosses anlegen ließ, stärkte er die Infrastruktur: dazu gehörten Straßenbestigung und -beleuchtung. Einen großen Verdienst um Bildung und Kultur hat er sich mit dem Bau einer Schule und eines Theaters erworben.


Das Hoftheater mit seinen 1.000 Plätzen stammt von Friedrich Wilhelm von Erdmannsdorff und wurde 1797 in der Kavalierstraße eingeweiht. Später brannte es zweimal nieder, zuletzt 1922. Erst unter den Nationalsozialisten entstand ein neues Haus an einem neuen Standort, am heutigen Friedenplatz. Aber auch dieses Theater überlebte den Bombenhagel nicht, wurde aber in der Nachkriegszeit wieder neu aufgebaut. Nach zahlreichen Namensänderungen heißt es heute Anhaltisches Theater.

Der Bruder von "Vater Franz", Prinz Johann Georg, gab 1780 nördlich des damaligen Dessau ein kleines klassizistisches Landhaus in Auftrag. Architekt war Erdmannsdorff. Heute nennt es sich nach dem Prinzen Schloss Georgium. Es beherbergt die Anhaltische Gemäldegalerie in der altdeutsche und niederländische Gemälde zu sehen sind, so auch Originalgrafiken von Albrecht Dürer und Lucas Cranach dem Älteren. Rund um das Schloss entstand eine Gartenanlage im englischen Stil mit Skulpturen, künstlichen Ruinen und Denkmalen.


Das denkmalgeschützte Mausoleum, das in der Nähe des Georgiums steht, war früher eine Begräbnissstätte der Herzöge von Anhalt. Den Auftrag gab Ende des 19. Jahrhunderts Herzog Friedrich. Architekt Franz Heinrich Schwechten entwarf einen dorischen Kuppelbau im Stil der Hochrenaissance. das Mausoleum hat sogar eine Gasheizung. Seit Ende des Zweiten Weltkriegs ist es Dessaus Kuppelbau.

Das Dessauer Rathaus  in der Zerbster Straße, heute Sitz der Stadtverwaltung, wurde 1901 von den Berliner Architekten Reinhardt und Süssenguth fertiggestellt. Der Turm ist 73 Meter hoch und der höchste der Stadt. Das alte Rathaus aus dem 16. Jahrhundert haben die Stadtväter um 1900 abreissen lassen, weil es zu klein geworden war. Der Neubau brannte 1910 so weit aus, dass er zu großen Teilen erneuert werden musste. Der nächste Brand erfolgte am 7. März 1945 bei der schwersten Luftattacke auf Dessau. Doch die Bausubstanz ist erhalten geblieben, so dass es von 1949 bis 1950 wiedererrichtet werden konnte.


Wir hoffen es hat Ihnen auch dieses Mal wieder gefallen. Freuen Sie sich mit uns gemeinsam auf den nächsten Spaziergang auf oldthing.de!

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