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Historischer Spaziergang mit Ansichtskarten in Schöneiche

Ein Historischer Rundgang - Schöneiche

Freuen Sie sich mit uns über den Beginn unserer neuen Reihe "Spaziergänge mit historischen Ansichtskarten".

Vor 100 Jahren sahen die Dörfer und Städte noch ganz anders aus, vieles ist zerstört oder dem Wandel der Moderne zum Opfer gefallen. Doch bei oldthing.de, dem Antikmarkt im Internet, finden Sie einen riesigen Schatz mit bis zu drei Millionen originalen Ansichtskarten, der die alten Ortschaften wieder lebendig macht! Kommen Sie mit, folgen Sie dem Journalisten Dietrich von Schell auf einem historischen Spaziergang und sehen Sie sich ein bisschen in der Vergangenheit um!

Den Beginn macht der Berliner Vorort Schöneiche.
Ende des 19. Jahrhunderts wandelte sich Schöneiche vom Bauerndorf zum beliebten Villenvorort und Ausflugsziel für Berliner. Als 1911 die Straßenbahnverbindung mit Friedrichshagen entstand, setzte ein Besucherboom ein, der nach dem Ersten Weltkrieg zur vollen Blüte kam. Parks und Gaststätten lockten die Großstädter in Scharen an.


In den 20er Jahren war der Kleine Spreewald sehr beliebt, der heute noch als Erlebnispark existiert. Der Gastwirt Max Mann hat auf seinem Grundstück nach dem Vorbild des Spreewalds ein Flusssystem anlegen lassen, Spreewaldkähne luden zur Kahnfahrt ein. Auch eine Gaststätte durfte nicht fehlen.


Das Waldschloss entwickelte sich in den frühen Achtzigern zum Mekka der Ostberliner Blues-Szene. Hier trafen sich die, die anders sein wollten. Karat, Pankow und Renft traten live auf.

Das Schwimmbad befand sich in der Nähe des Kleinen Spreewalds. Es wurde 1933 angelegt und war bis nach der Wende in Betrieb. In den 90ern ist daraus ein Teich geworden, der zum Erlebnispark gehört.

Die 500-Jährige Eiche stand bis 1989 am Goetheplatz und wurde bereits abgestützt und von Drahtseilen gehalten. Es war die Orts-Eiche von Schöneiche. Doch von innen war der Baum morsch, so dass mehrere große Äste aus der Krone brachen, und er gefällt werden musste. Heute steht an derselben Stelle wieder eine junge Orts-Eiche.


Ernst-Thälmann-Park hieß nach dem Zweiten Weltkrieg der Schlosspark hinter der Dorfaue. Der KPD-Chef Ernst Thälmann war Ende der 20er Jahre tatsächlich häufig in Schöneiche, im Ortsteil Fichtenau, wo es eine Parteischule gab. Hier hat Thälmann manchmal seine politische Arbeit erledigt und etwas ausgeruht.

Das Schloss und der Schlosspark lagen gleich hinter der Dorfaue im Ortsteil Keinschönebeck. Das Gebäude geht auf den Berliner Bankier Friedrich Wilhelm Schütze zurück, Gutsbesitzer von Schöneiche seit 1761. Das Schloss ist 1949 abgerissen worden, weil man nach dem Krieg die Steine für neue Häuser benötigte. Der Sandstein soll jedoch unbrauchbar gewesen und zerbröselt sein.


Die Schlosskirche hat 1725 Gutsherr Severin Schindler im barocken Stil erneuern lassen. Auch der Turm stammt aus dieser Zeit. Der Gutsherr stiftete eine Sammlung christlicher Literatur, die heute noch erhalten ist. Dazu zählen Bibeln, deren Umschlagsseiten Lucas Cranach III. als Holzschnitt gestaltet hat. Heute werden in der Kirche Konzerte gegeben, Jugendweihen gefeiert, das Standesamt nutzt sie für Trauungen.


Die Gaststätte „Zum Eiskeller“ lag direkt an der Straßenbahnlinie in der Dorfstraße und war ein beliebtes Ausflugsziel. Am Wochenende wurde bis in die 30er Jahre hinein zum Tanz aufgespielt. Die Nazis funktionierten den Tanzsaal in eine Turnhalle um. Nach dem Krieg zog 1961 in einen Teil der alten Gaststätte die Wäscherei Dörr, der andere Teil wurde Kindergarten.
Gegenüber der Haltestelle Goethepark (früher Königspark) stand bis 1990 das Martin-Binner-Heim. Binner hatte es zusammen mit einem 8.000 Quadratmeter-Grundstück 1931 der evangelischen Kirche geschenkt. In der gesamten Zeit diente es Senioren als Kurheim. Nach der Wende wurde es abgerissen, das Grundstück neu bebaut.



Waltingers Kurhaus, war das größte und vornehmste Hotel von Schöneiche. Es hatte Säle für Gesellschaften und Hochzeiten, im Garten hatten bis zu 3000 Gäste Platz. Das Kurhaus war für seine Konzerte bekannt: In der Sommersaison spielten Militär- und Zivilkapellen. Nach 1945 folgte der Umbau zum Schulhort der Bruno-Hans-Bürgel-Oberschule. Seit 2004 steht das Gebäude leer.


Somit ist unser erster Spaziergang nun zu Ende, wir hoffen, dass es Ihnen Spaß gemacht hat. Hier sollen demnächst regelmäßig weitere historische Spaziergänge vorgestellt werden.

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