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Sammeln: Eine online Umfrage zu den Sammelgewohnheiten deutscher Sammler

Was sammeln die Deutschen? Und wie ist es um die Zukunft des Sammelns bestellt?

Seit Jahren beobachten wir, dass die Besucher auf den Flohmärkten und in den Antiquitätengeschäften zunehmend älter werden. Für uns als Betreiber des online Flohmarktes oldthing Anlass genug, der Sache auf den Grund zu gehen. Besorgt um die Zukunft unseres Gewerbes haben wir nachgefragt und eine online Umfrage zum Thema gestartet. Unsere Fragen waren:

Was sammeln die Deutschen? Und wie ist es um die Zukunft des Sammelns bestellt?
Sammelt und was sammelt die Jugend und wird in Zukunft überhaupt noch etwas gesammelt?

Die in vielerlei Hinsicht überraschenden Ergebnisse haben wir in der folgenden Infografik zusammengefasst:

 
 

Teilnehmerinformation zur Umfrage

Online-Umfrage auf Q-SET durchgeführt von oldthing
Im Zeitraum von Juli bis Dezember 2013

Es wurden 243 Fragebögen ausgefüllt, davon konnten 181 ausgewertet werden:

Teilnehmerverteilung
Männlich 61%
Weiblich 39%
Jugendliche (bis 20) 20%
Erwachsene (20-45) 36%
45 und älter 44%
Professionell in der Branche 19%
Aktive Sammler 43%
Nicht-Sammler 18%
Gelegenheits-Sammler 15%
ohne Angabe 24%

Für uns besonders überraschend war:

  • dass 93% der unter Zwanzigjährigen glauben, dass weiterhin gesammelt wird (und die Jugend Ansichtskarten sammelt.)
  • dass das häufigste Sammelgebiet „Anderes“ ist, was bedeutet, dass das Sammeln kreativ ist und v.a. kleine Gebiete wie z.B. Siegel & Reklamemarken, Bierdeckel oder Vinyl sammeln oder die obskuren Sammlungen wie die unter dem Thema "Sammeln und Seltenes" geführten Sammlungen von Eulen, Elefanten, Rassierapparaten, Fußballtickets, Gartenzwergen oder Nagellacken überwiegen.
  • dass ein durchschnittlicher deutscher Sammler für seine Sammlung 91€/Monat, Frauen mit 31€ jedoch gerade einmal ein Viertel ihrer männlichen Kollegen (126€) ausgeben.
  • dass die mit Abstand wichtigste Einkaufsquelle für den heutigen Sammler das Internet gefolgt vom Flohmarkt ist, dass aber in der Gruppe der Jugendlichen bis 20 und der weiblichen Sammler bis 45 mittlerweile wieder die Ladengeschäfte bevorzugt werden.
  • dass die für den online Einkauf wichtigsten Plattformen die beiden Platzhirsche ebay und amazon gefolgt von oldthing sind.

Das Thema Ansichtskarten sammeln boomt - die Sammlung von Briefmarken tut sich hingegen schwer

Entgegen unserer Beobachtung eines immer „Älter-Werdens und Aussterbens“ des Sammlers, braucht man sich um den Sammler keine Sorgen zu machen, denn: „Gesammelt wird immer. Und lediglich die Moden und Themen ändern sich". Die klassischen Sammelgebiete, wie das Sammeln von Briefmarken oder von alten Silberwaren haben jedoch ein Nachwuchsproblem. Den überwiegend männlichen und älteren Sammlern dieser klassischen Gebiete (Briefmarken & Antiquitäten) fehlen die jugendlichen Nachwuchssammler. Eine sinkende Nachfrage und fallende Preise sind hier die logische Konsequenz. Unsere Empfehlung: Abwarten und mit dem Verkaufen warten bis sich die Preise wieder erholen, oder aber das Sammeln als das zu sehen, was es eigentlich für die meisten primär auch ist: Ein interessantes Hobby am Flohmarkt und zum Zeitvertreib, das einem viele schöne Stunden und Momente beschert. Für Briefmarkensammler bietet sich außerdem an, sich auf die Sammlung von Ansichtskarten und Briefen zu verlegen.