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Historischer Spaziergang mit Ansichtskarten durch Dortmund

Ein Historischer Rundgang - Dortmund

Nach der Sommerpause endlich wieder da!

Vor 100 Jahren sahen die Dörfer und Städte noch ganz anders aus, vieles ist zerstört oder dem Wandel der Moderne zum Opfer gefallen. Doch bei oldthing.de, dem Antikmarkt im Internet, finden Sie einen riesigen Schatz mit bis zu fünf Millionen originalen Ansichtskarten, der die alten Ortschaften wieder lebendig macht! Kommen Sie mit, folgen Sie dem Journalisten Dietrich von Schell auf einem historischen Spaziergang und sehen Sie sich ein bisschen in der Vergangenheit um!

Unseren Wanderer verschlägt es dieses Mal in den Ruhrpott nach Dortmund!
So viele alte Fotos von Dortmund und kaum ein Gebäude der ehemaligen Altstadt steht noch. Durch Brauereien im Mittelalter zu einer reichen Stadt gediehen, erlebte Dortmund ab dem 16. Jahrhundert einen allmählichen Niedergang. Erst mit der Industrialisierung erlangte die Ruhrmetropole wieder Bedeutung. Doch im Zweiten Weltkrieg landeten bei über 100 Luftangriffen mehr als 22.242 Tonnen Bomben im Dortmunder Zentrum. Der Großangriff vom 12. März 1945 mit 1.100 Flugzeugen gilt sogar als größter Bombenangriff, der je gegen eine Stadt geflogen wurde. Die Zerstörung war so verheerend, das es nach dem Krieg sogar die Überlegung gab, Dortmund an anderer Stelle neu aufzubauen.
Symbol dieses Schicksals ist das alte Dortmunder Rathaus. Im Jahr 1240 erwarb der Graf von Dortmund das Gebäude, welches von Anfang an den Ratsherren diente. Bis in die Zeit des Dreißigjährigen Krieges war es auch Sitz des Gerichts. Ende des 19. Jahrhunderts war das Gebäude so renovierungsbedürftig, dass man schon an Abriss dachte. Aber Stadtbaurat Friedrich Kullrich ersetzte den verfallenen barocken Ziergiebel durch einen neugotischen Treppengiebel. Bei den verheerenden Luftangriffen wurde das einst älteste steinerne Rathaus nördlich der Alpen stark beschädigt. Man hätte es zwar wiederaufbauen können, aber 1955 beschlossen die Stadtväter, es abzureißen.
Das Wahrzeichen der Stadt Dortmund, die Reinoldikirche, ist dagegen gerettet worden.  
Sie war vom einstigen Rathaus aus zu sehen. Das Gotteshaus stammt aus der Mitte des 13. Jahrhunderts und ist nach dem Stadtpatron Reinold von Montalban benannt. Im Oktober 1944 wurde die bereits beschädigte Kirche bis auf die Seitenmauern zerstört. Der Wiederaufbau begann 1950 und dauerte sechs Jahre.  
Dieses Schicksal war dem historischen Zentrum, dem  Alten Markt, nicht gegönnt. Die mittelalterlichen Zunft- und Gildenhäuser wie auch das Rathaus und die Stadt- und Landesbibliothek sind modernen Bauten gewichen. Nur das Stammhaus der Privatbrauerei Dortmunder Kronen sowie die Adler Apotheke wurden wieder aufgebaut. Nach mehreren Sanierungen bekam der zentrale Platz mit modernen freundlichen Fassaden ein komplett neues Gesicht.
An die Markttradition erinnert aber noch der Bläserbrunnen. Bereits im 12. Jahrhundert befand sich hier ein Handelsplatz für Kaufleute, Handwerker und Bürger. Gerhard Jaensch schuf 1901 den Brunnen mit seiner markanten Figur, die einen fahrenden Musikanten des Mittelalters darstellt. Der Berliner Bildhauer hat den Brunnen zudem als Tränke für Tiere angelegt. Das Becken wurde 1964 modernisiert, als der Brunnen von seinem ursprünglichen Standort vor dem Rathaus an die Ostseite des Marktes – wie hier auf dieser Ansichtskarte – verlegt wurde. Der Bläser ist nach wie vor im Original zu bewundern.
Dortmunds zentraler Platz mit Wochenmarkt ist inzwischen der Hansaplatz, der sich im Südwesten an den Alten Markt anschließt. Von beiden Plätzen gelangt man in das Kaufhaus Karstadt. Vom Hansaplatz aus kann man die Fassade des Kaufhauses Theodor Althoff von 1912 bestaunen. Links die Propsteikirche wurde im 14. Jahrhundert von den Dominikanern erbaut. Nach der Reformation wurde sie evangelisch, aber mit der massenhaften Zuwanderung polnischer Arbeiter während der industriellen Revolution wieder zur katholischen Pfarrkirche geweiht. Auch sie wurde im Krieg bis auf die Außenmauern zerstört und später innerhalb von 20 Jahren wieder hergestellt.
Vorläufer des Westfalenparks ist der „Stadtpark für ewige Zeiten“, der Kaiser-Wilhelm-Hain mit seinen künstlichen Gewässern, Wanderwegen zwischen Baumreihen und landschaftlichen Anlagen. Entstanden ist der Park auf Initiative wohlhabender kaisertreuer Bürger, die 1889 mit Spenden ein Gelände im Dortmunder Süden kauften. Sieben Jahre später ist nach Entwürfen des Dortmunders  Carl Coers ein elf Hektar großer Park eröffnet worden. Als 1959 die erste von drei Bundesgartenschauen in Dortmund eröffnete, hat man das Areal in Westfalenpark umgetauft.
Den Namen „Dortmund Hauptbahnhof“ erhielt der Bahnhof am 1. Oktober 1912. Aber die Anfänge reichen bis in die Mitte des 19. Jahrhunderts zurück. Eröffnet wurde er 1847, um dann von der „Köln-Mindener Eisenbahn-Gesellschaft“ angefahren zu werden. Das ursprüngliche Bahnhofsgebäude nördlich des Stadtzentrums wurde 1910 durch einen Neubau am jetzigen Platz ersetzt. Im Oktober 1944 wurden bei einem alliierten Luftangriff das Gebäude wie auch Züge und Gleisanlagen zerstört. 1952 ist mit dem Empfangsgebäude ein unscheinbarer Zweckbau entstanden.
Der Dürener Unternehmer Leopold Hoesch gründete 1871 gemeinsam mit seinen beiden Söhnen das Eisen- und Stahlwerk Hoesch. Trotz der bestehenden Konkurrenz – Hermannshütte und Dortmunder-Union – stieg das Werk zum Weltkonzern auf und wurde zu einem der Standorte der Montanindustrie. Im Wirtschaftswunder der Nachkriegszeit beschäftigte die Hoesch AG über 40.000 Arbeiter. Heute stellt das 20 Quadratkilometer große Areal die größte Industriebrache Europas dar. Mit der Stahlkrise in den 70ern begann der Niedergang nicht nur von Hoesch, sondern der gesamten Stahlbranche. Heute soll das Gelände zum Logistikpark umgebaut werden.
Wir hoffen es hat Ihnen auch dieses Mal wieder gefallen. Freuen Sie sich mit uns gemeinsam auf den nächsten Spaziergang auf oldthing.de!

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